Aus "Die Frau des Schriftstellers"
"Alles, was für andere Menschen der Körper leistet, verwirklicht meine Handschrift. Sie grenzt mich gegen andere ab, sie vereinigt mich mit den anderen. Meine Handschrift führt fort, was ich nicht selbst fortführen kann, sie ist, was ich nicht selbst sein will."
aus "Die Frau des Schriftstellers" von Ernst-Wilhelm Händler.
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Die schriftlichen Prüfungen sind vorbei. Nach zwei Tagen zwanglosen Seins fühle ich mich unterarbeitet. Habe mich als Redaktionspraktikantin bei einem Online-Magazin beworben. Jedoch ist der Redaktionsleiter noch verdammt jung, was ich aber erst nach dem Abschicken meiner Bewerbung erfahren habe. Jetzt befürchte ich, die Bewerbung sei zu konservativ. Langweilig. Reihenhausstur [Das Reihenhauskind spricht aus mir. Ich bin des Denkens Reihenhaus. Reihe Gedanken an Worte, an Bilder, an Zeiten. Aneinanderreihen lebt solch eine simple Ordnung. Eine stupide Ordnung. Ich merke es an mir. Ich lese Gedichte, "hochmoderne" Gedichte, Lyrik, die erst gestern erschienen ist und ich verstehe sie nicht. Manchmal erahne ich es. Wie ein Hauch, ein träges Handbewegen, mehr aber nicht. Ich merke, ich bin literarisch dumm. Reihenhausgleich.] Ich hätte mit "Ei, jo, Mann. Geile Sache so ne Online-Show." kommen sollen. Zumal ich gestehen muss, dass das Magazin eigentlich nicht nennenswert ist. Aber für ein Praktikum ist es perfekt. Übrigens googeln Chefs auch gerne ihre Bewerber.
[Der Titel "Die Frau des Schriftstellers" kling schon verlockend. Ein bisschen exotisch. Wer ist der Schatten des Schreiberlings, der selbst gerne Schatten wäre? Auch, wenn die Frage keinen Bezug zu dem Buch nimmt. Ich möchte nie die Frau des Schriftstellers sein. Ich möchte die Schriftstellerin sein. Möchte, nicht will. "Ich möchte" hat einen beugsamen Klang, "ich will" ist unbarmherzig und hart.]
aus "Die Frau des Schriftstellers" von Ernst-Wilhelm Händler.
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Die schriftlichen Prüfungen sind vorbei. Nach zwei Tagen zwanglosen Seins fühle ich mich unterarbeitet. Habe mich als Redaktionspraktikantin bei einem Online-Magazin beworben. Jedoch ist der Redaktionsleiter noch verdammt jung, was ich aber erst nach dem Abschicken meiner Bewerbung erfahren habe. Jetzt befürchte ich, die Bewerbung sei zu konservativ. Langweilig. Reihenhausstur [Das Reihenhauskind spricht aus mir. Ich bin des Denkens Reihenhaus. Reihe Gedanken an Worte, an Bilder, an Zeiten. Aneinanderreihen lebt solch eine simple Ordnung. Eine stupide Ordnung. Ich merke es an mir. Ich lese Gedichte, "hochmoderne" Gedichte, Lyrik, die erst gestern erschienen ist und ich verstehe sie nicht. Manchmal erahne ich es. Wie ein Hauch, ein träges Handbewegen, mehr aber nicht. Ich merke, ich bin literarisch dumm. Reihenhausgleich.] Ich hätte mit "Ei, jo, Mann. Geile Sache so ne Online-Show." kommen sollen. Zumal ich gestehen muss, dass das Magazin eigentlich nicht nennenswert ist. Aber für ein Praktikum ist es perfekt. Übrigens googeln Chefs auch gerne ihre Bewerber.
[Der Titel "Die Frau des Schriftstellers" kling schon verlockend. Ein bisschen exotisch. Wer ist der Schatten des Schreiberlings, der selbst gerne Schatten wäre? Auch, wenn die Frage keinen Bezug zu dem Buch nimmt. Ich möchte nie die Frau des Schriftstellers sein. Ich möchte die Schriftstellerin sein. Möchte, nicht will. "Ich möchte" hat einen beugsamen Klang, "ich will" ist unbarmherzig und hart.]
meliterature - 17. Apr, 22:47






Wobei das für mich und mein Unterbesusstsein ja ein bisschen wie Betrug klingt: Ich kann es ja jetzt noch gar nicht wissen..
Zweiteres gibt es sicher noch, aber es bringt auch sicher nichts ein.