Foer

Erst google ich sein Bild, dann finde ich seine Adresse heraus, dann schreibe ich ihm einen Brief. Auf deutsch und auf englisch. Ich liebe Sie. I love you so. Much, much, much. Ich frage ihn, ob er mir etwas von seiner Fantasie abgeben kann - can you spend me a piece of your mind? - und mir zeigt, wie man so schreibt. So beautiful, umwerfend, witzig und dennoch so tiefsinnig, dass ich weinen muss und lachen, dass ich mich gar nicht mehr von seinem Buch trennen will, in ihm leben, die ganze Zeit für immer und immer und immer.

Ich mag viele Bücher. Ich liebe sehr viele Bücher, aber es gibt nur wenige, die in mir solche Emotionen wecken, dass ich nicht weiß, was ich als Nächstes tun soll. Manchmal glaube ich, ich sei gefühlstot, weil mir andere bezeugen, wie toll dieses und jenes Buch sei, dabei empfinde ich entweder nur ein angenehmes oder gar kein Gefühl bei diesem und jenem Buch. Aber, wenn ich seine beiden Bücher lese [can you write googolplex books only for me?], dann bricht es aus mir heraus und ich verstehe und vergesse alles.

Ich will ihn auch fragen, wie er das mit der Recherche macht, wie er sein Buch aufgebaut hat, vor allem sein erstes ["Alles ist erleuchtet"] und wie er auf Oskar kam. Oskar, so ein Kind hätte ich gerne. Und mit solch einer Oma hätte ich mich gerne per Walkie-Talkie unterhalten.

Ach, Mr.Foer.

[p.s.: Gegoogelt. Er sieht aus wie Daniel Radcliff als Harry Potter im ersten Teil. Dabei ist der Mann dreißig. Ich habe ihn mir anders ausgedacht. Breitschultrig und männlich mit Stirnfalten und charmantem Lächeln. Schon seltsam, wie man sich die Menschen vorstellt, wenn man nur ihre Texte liest. ]

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