Konjugation
"...wenn die Konjugation nicht wäre, hätten wir gar kein Bewußtsein davon, daß wir getrennte Individuen sind..." (Amélie Nothomb, Die Reinheit des Mörders, S.216)
Glavinic ist ein Jammerlappen. Und der hätte beinahe den Deutschen Buchpreis bekommen. Ich lese ihn, manchmal belustigt, manchmal deprimiert. Das Langweilige ist, dass Glavinic ohne Umschweife über sich selbst schreibt und über die Menschen, die ihn umgeben, die alle ihr Einverständnis geben mussten, damit er sie veröffentlichen durfte. Andererseits gefällt er mir, der Glavinic. Er weckt solch eine Sehnsucht in mir auch zu schreiben, richtig zu schreiben. Keine abgehackten Tagebucheinträge, lieblose blog-Beiträge, schulisch erzwungene Texte, schnelle Artikel. Und der immer währende Gedanke: da liegt zu Haus in einer Schublade meines Schreibtisches - rechts - eine blaue Mappe, die unvollendet ist, die täglich danach schreit:"Schreib mich, füll mich, mach mich fertig - vollendet!" und ich renne davor weg, weil ich Angst habe, weil ich meine Ziele zu hoch stecke, weil ich weiß, dass ich es nicht schaffen werde, weil es so ist und weil ich jeden Abend, bevor ich zu Bett gehe daran denke. Es hat einen rituellen Charakter angenommen, dieses Unvollendete, Unbenannte in meiner Schreibtischschublade. Ich bete jeden Abend, wie ich manchmal bei gewissen Ängsten zu Gott an meiner Zimmerdecke gebetet habe. Jetzt bete ich Litaneien voll möglicher Weiterführungen, möglichen Phrasen. Ich lese Bücher, Bücher, Bücher. Ich glaube, ich vernachlässige die Schule, dabei vernachlässige ich meine blaue Mappe. Ich schreibe Zitate raus, kaufe mir etliche Zeitungen und lese doch nur den Feuilleton. Heute habe ich mir bella triste bestellt (www.bellatriste.de) nach langen Überlegungen und weil ich doch nichts weiß über die literarische Welt da draußen und das macht mich noch unsicherer, noch mutloser. Ich hab schon geweint. Alex war irritiert, er versucht mich zu verstehen und versteht mich doch nicht. Ich versteh mich ja selbst nicht mehr. Bin ich ein Panikmensch? Ich bleib doch immer so ruhig. Ich weiß, es klappt nicht. Ich muss was studieren, das mir gerade so gefällt. Gerade so. Meine größte Angst. Ich mach mich selbst zum Wrack. Und dann kommt so einer wie Glavinic (er möge es mir nicht übelnehmen - Die Arbeit der Nacht soll ganz gut sein, ich werde es noch lesen und außerdem schreibt er ja nicht schlecht; witzig und sympathisch) und zum ersten Mal tut es mir weh, zu lesen. Körperlich. Es zerreißt mich und ich weiß, wenn dieses Elend nicht bald ein Ende hat, werde ich mich damit abfinden müssen...
(Vielleicht bin ich nicht dafür gemacht. Vielleicht habe ich mir eine schöne Illusion geschaffen, die sich nicht erfüllen kann, weil die Definition der Illusion die Wirklichkeit nicht mit einschließt.)
Glavinic ist ein Jammerlappen. Und der hätte beinahe den Deutschen Buchpreis bekommen. Ich lese ihn, manchmal belustigt, manchmal deprimiert. Das Langweilige ist, dass Glavinic ohne Umschweife über sich selbst schreibt und über die Menschen, die ihn umgeben, die alle ihr Einverständnis geben mussten, damit er sie veröffentlichen durfte. Andererseits gefällt er mir, der Glavinic. Er weckt solch eine Sehnsucht in mir auch zu schreiben, richtig zu schreiben. Keine abgehackten Tagebucheinträge, lieblose blog-Beiträge, schulisch erzwungene Texte, schnelle Artikel. Und der immer währende Gedanke: da liegt zu Haus in einer Schublade meines Schreibtisches - rechts - eine blaue Mappe, die unvollendet ist, die täglich danach schreit:"Schreib mich, füll mich, mach mich fertig - vollendet!" und ich renne davor weg, weil ich Angst habe, weil ich meine Ziele zu hoch stecke, weil ich weiß, dass ich es nicht schaffen werde, weil es so ist und weil ich jeden Abend, bevor ich zu Bett gehe daran denke. Es hat einen rituellen Charakter angenommen, dieses Unvollendete, Unbenannte in meiner Schreibtischschublade. Ich bete jeden Abend, wie ich manchmal bei gewissen Ängsten zu Gott an meiner Zimmerdecke gebetet habe. Jetzt bete ich Litaneien voll möglicher Weiterführungen, möglichen Phrasen. Ich lese Bücher, Bücher, Bücher. Ich glaube, ich vernachlässige die Schule, dabei vernachlässige ich meine blaue Mappe. Ich schreibe Zitate raus, kaufe mir etliche Zeitungen und lese doch nur den Feuilleton. Heute habe ich mir bella triste bestellt (www.bellatriste.de) nach langen Überlegungen und weil ich doch nichts weiß über die literarische Welt da draußen und das macht mich noch unsicherer, noch mutloser. Ich hab schon geweint. Alex war irritiert, er versucht mich zu verstehen und versteht mich doch nicht. Ich versteh mich ja selbst nicht mehr. Bin ich ein Panikmensch? Ich bleib doch immer so ruhig. Ich weiß, es klappt nicht. Ich muss was studieren, das mir gerade so gefällt. Gerade so. Meine größte Angst. Ich mach mich selbst zum Wrack. Und dann kommt so einer wie Glavinic (er möge es mir nicht übelnehmen - Die Arbeit der Nacht soll ganz gut sein, ich werde es noch lesen und außerdem schreibt er ja nicht schlecht; witzig und sympathisch) und zum ersten Mal tut es mir weh, zu lesen. Körperlich. Es zerreißt mich und ich weiß, wenn dieses Elend nicht bald ein Ende hat, werde ich mich damit abfinden müssen...
(Vielleicht bin ich nicht dafür gemacht. Vielleicht habe ich mir eine schöne Illusion geschaffen, die sich nicht erfüllen kann, weil die Definition der Illusion die Wirklichkeit nicht mit einschließt.)
meliterature - 11. Nov, 12:26










