Das Fehlen

Mir fehlt die Lust am Schreiben, die Lust am Sein. Täglich sehe ich in das Morgen, das nie kommen wird und träume von zukünftigem Vergangenen und weiß trotzdem: nie kann es so sein. Ich stelle mir Bedingungssätze, Phrasen im Konjunktiv. Das Leben ist kein Konjunktiv, sagt der geschmacklose Moderator bei "Schlag den Raab", das wir uns aus Verzweiflung antun, weil wir uns nicht schon wieder die Dokumentation auf arte ansehen wollen. Ein Filmteam versucht Demokratie in eine chinesische Schule zu bringen. Beim ersten Mal interessant, beinahe faszinierend, als beobachte man Tiere in ihrer freien Laufbahn, kalkuliert, was passieren könnte, wenn der eine mehr Fleisch bekommt als der andere und hofft, dass sie sich nicht zerfleischen, hofft auf Gerechtigkeitssinn. Beim zweiten Mal wird es abstrus, erschreckend und das dritte Mal tut man es sich nicht mehr an, weil es einfach nur trostlos ist. arte, sowie sämtliche Dokukanäle weiden sich an genialen Dokumentationen, wiederholen sie leider deswegen aber auch viel zu oft.
Vielleicht lebe ich neben mir her. Irgendwo schmerzt es, ich weiß nicht wo, ich lasse es brennen, schreien. Warte, bis es vorbei ist, bis es sich selbst heilt.

Energieraubend ist die Schule, nicht der Unterricht, sondern die Stufe. Die Menschen, diese schrecklichen Jungerwachsenen, die sich einbilden, alles auf Anhieb besser und schneller zu können, als du und wenn es nicht so funktioniert, wie sie es wollen, dann bist du schuld. Heute habe ich mich einfach weggedreht. Ich kanns nicht mehr hören. Meine Mathelehrerin gibt mir den Rest:"Wenn Sie Logik lernen wollen, dann müssen Sie dort zuhören, wo es logisch wird." Und: sie hat immer Recht.

Ich bin leer.
So leer.
Dabei muss alles in mich hinein. Ich muss müssen, um zu bestehen und ich wills nicht.

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