Eingelaufen
Kalte Füße, Hände weg, alles eingefroren. Draußen regnets. Über Nacht soll es gefrieren und die Autobahn ist nur noch einspurig und man darf nur 60 km/h fahren. Obwohl der Schulbus bequemer ist, werde ich wohl morgen mit der S-Bahn fahren.
Die S-Bahn. Macht nur noch Probleme. Geplant war/ist, dass die Saarbahn durchs ganze Saarland fährt. Von einem Knotenpunkt zum anderen. In Saargemünd (Frankreich, en français: Saarguemines) ist seit Jahren der erste Knotenpunkt, auf die andere Seite nach Rheinland-Pfalz wird sie es unter den momentanen Umständen wohl nie schaffen. Bei uns im "Städtchen" (zu groß für ein Dorf, zu klein für eine Stadt) war drei Jahre lang Baustelle, ich weiß noch, ich bin vor vier Jahren mit Demozetteln rumgelaufen, gegen die Bahn, obwohl es mir damals ziemlich egal war. Ich hab einfach nur ausgeteilt. Die Demos nützten nichts, das Land, die Bahn, setzten ihren Kopf durch, obwohl sie selbst wissen, dass wir kein Geld haben. Wir sind arm. Da nunmehr Steinkohle im deutschen Lande aus der Mode gekommen ist, müssten wir uns ein neues Gebiet suchen. Leider Gottes waren da andere Länder schneller. Da nützt es auch nichts, dass der Saarländer jeden anderen Saarländer im Land kennt (Emm Bernd sei Vadda, demm sei Mudda, demm sei Goód, demm sei Freund, demm sei Cousine dritten Grades. Kenschde die? Emm Ursel sei Kollegin? Jo, genau die.), nach außerhalb hat man einfach keine Beziehungen. Und wenn, dann nur flüchtig, wenige. Vielleicht kennt unser Ministerpräsident (Müller) ein paar. So von Berlin her und so.
Das dümmste an dem Streit mit der Bahn betrifft nun unseren Ort: die Schienen sind nach langwieriger Arbeit gelegt, die Strommäste gestellt, unser Haus steht gerade noch so und mit dem Auto über die Schienen zu fahren, ist echt ein Abenteuer. Außerdem sind schon acht Fahrradfahrer in einer engen mit Schienen besetzten Kurve in die Fahrrinnen gekommen und gestürzt. Die Frau von der Wäscherei an der Ecke musste sie alle schon versorgen. Hat in der Zeitung gestanden (sowas steht in der Zeitung). Mit deren Tochter habe ich früher gespielt. Wir waren zusammen im Kindergarten. Die besitzen nur Eckhäuser. Die Wäscherei an der Ecke, das Wohnhaus an einer anderen Ecke. Obwohl, die sind umgezogen... Die Bahn hat jetzt die Katze aus dem Sack gelassen, warum wir nicht durch unseren Ort tuckern können: 700.000€ Zusatzkosten im Jahr, wovon vor vier Jahren nicht die Rede war. Saarbrücken weigert sich uns die Kosten zu bezahlen. Wir ebenso. Die Saarbahn hat Schulden genug. Bis zum Saarpfalzkreis sind es noch rund 60km (ja, das Saarland ist klein) und bei uns bleibt alles stehen.
Mein Pullover ist eingelaufen. Zieht über die Schultern. Heute abend gehe ich zur Poetry Slam. Mama geht mit. Richtig Lust habe ich nicht.
Die S-Bahn. Macht nur noch Probleme. Geplant war/ist, dass die Saarbahn durchs ganze Saarland fährt. Von einem Knotenpunkt zum anderen. In Saargemünd (Frankreich, en français: Saarguemines) ist seit Jahren der erste Knotenpunkt, auf die andere Seite nach Rheinland-Pfalz wird sie es unter den momentanen Umständen wohl nie schaffen. Bei uns im "Städtchen" (zu groß für ein Dorf, zu klein für eine Stadt) war drei Jahre lang Baustelle, ich weiß noch, ich bin vor vier Jahren mit Demozetteln rumgelaufen, gegen die Bahn, obwohl es mir damals ziemlich egal war. Ich hab einfach nur ausgeteilt. Die Demos nützten nichts, das Land, die Bahn, setzten ihren Kopf durch, obwohl sie selbst wissen, dass wir kein Geld haben. Wir sind arm. Da nunmehr Steinkohle im deutschen Lande aus der Mode gekommen ist, müssten wir uns ein neues Gebiet suchen. Leider Gottes waren da andere Länder schneller. Da nützt es auch nichts, dass der Saarländer jeden anderen Saarländer im Land kennt (Emm Bernd sei Vadda, demm sei Mudda, demm sei Goód, demm sei Freund, demm sei Cousine dritten Grades. Kenschde die? Emm Ursel sei Kollegin? Jo, genau die.), nach außerhalb hat man einfach keine Beziehungen. Und wenn, dann nur flüchtig, wenige. Vielleicht kennt unser Ministerpräsident (Müller) ein paar. So von Berlin her und so.
Das dümmste an dem Streit mit der Bahn betrifft nun unseren Ort: die Schienen sind nach langwieriger Arbeit gelegt, die Strommäste gestellt, unser Haus steht gerade noch so und mit dem Auto über die Schienen zu fahren, ist echt ein Abenteuer. Außerdem sind schon acht Fahrradfahrer in einer engen mit Schienen besetzten Kurve in die Fahrrinnen gekommen und gestürzt. Die Frau von der Wäscherei an der Ecke musste sie alle schon versorgen. Hat in der Zeitung gestanden (sowas steht in der Zeitung). Mit deren Tochter habe ich früher gespielt. Wir waren zusammen im Kindergarten. Die besitzen nur Eckhäuser. Die Wäscherei an der Ecke, das Wohnhaus an einer anderen Ecke. Obwohl, die sind umgezogen... Die Bahn hat jetzt die Katze aus dem Sack gelassen, warum wir nicht durch unseren Ort tuckern können: 700.000€ Zusatzkosten im Jahr, wovon vor vier Jahren nicht die Rede war. Saarbrücken weigert sich uns die Kosten zu bezahlen. Wir ebenso. Die Saarbahn hat Schulden genug. Bis zum Saarpfalzkreis sind es noch rund 60km (ja, das Saarland ist klein) und bei uns bleibt alles stehen.
Mein Pullover ist eingelaufen. Zieht über die Schultern. Heute abend gehe ich zur Poetry Slam. Mama geht mit. Richtig Lust habe ich nicht.
meliterature - 21. Okt, 15:16










